Es gibt verschiedene Verfahren, mit denen Schmuckstücke bearbeitet werden können, um die Edelmetalle haltbarer oder auch besonders glänzend, matt oder farbig zu gestalten. Auch die Vergoldung oder Herstellung künstlicher Steine oder Perlen beispielsweise – fällt unter das große Thema der Schmuckverfahren. Im Folgenden werden die wichtigsten davon kurz vorgestellt:

Galvanisieren (Rhodinieren und Platinieren)
Spoo-Design Schmuckverfahren

Mit den Veredelungsverfahren der Galvanisierung erhält Schmuck mittels Elektrolyse einen hauchdünnen Metall-Überzug. Bei hochwertigem Silberschmuck wird das Rhodinieren oder Platinieren standardmäßig angewandt, um einen stärkeren Glanz zu erhalten und das typische dunkle Anlaufen langfristig zu verhindern (Anlaufschutz).
Rhodium und Platin gehören beide zur Platin-Gruppe und zeichnen sich durch gute Härte und folglich gute Haltbarkeit aus, was die Schmuckstücke resistenter gegen Kratzer macht. Daher wird auch Weißgold gerne rhodiniert, zumal die Rhodinierung dieses etwas aufhellt. Eine Ausnahme bildet das schwarze Rhodium: damit ist es möglich, Schmuck in anthrazit-schwarz („Gunmetal“) einzufärben. Beide Verfahren veredeln den Silberschmuck, sind hypoallergen und selbstverständlich unbedenklich für den Schmuckträger.

Oxidieren (Vintage Antik-Finish)
Spoo-Design Schmuckverfahren

Das typische schwarze Anlaufen von nicht galvanisierten Silberschmuck ist dem Oxidationsprozess geschuldet, bei welchem in der Regel Sauerstoff eine Hauptrolle spielt. Insbesondere bei reliefiertem Silberschmuck ist dieser Effekt stellenweise aber auch bewusst erwünscht und wird künstlich herbei geführt. Durch diesen antiken Look der Oxidierung spricht man dann auch von „Vintage Silber“ oder „Antiksilber„. Solche Schmuckstücke sollte man keinem Silbertauchbad unterziehen, denn dann geht diese Oxidation vorübergehend verloren und der Schmuck verliert seine besondere Patina. Hier ist zur Pflege lediglich die Verwendung eines Silberputztuchs angeraten, mit dem man die erhabenen Teile jederzeit wieder silber-glänzend polieren kann.

Vergoldung (Gelb- und Roségold)
Goldener Käfer Schmuckverfahren: Einzigartige Brosche in Käferform, gefertigt aus glänzendem Gold. Detailreiche, strukturierte Oberfläche des Schmuckstücks.

Ebenfalls mittels Elektrolyse wird bei der Vergoldung eine feine Schicht aus echtem Gold auf das 925 Sterling Silber aufgetragen. Dieses Verfahren verleiht dem Schmuckstück die warme, luxuriöse Optik von Massivgold. Je nach Farbton wird hierfür meist 14- oder 18-karätiges Gold (Gelbgold) oder eine Legierung mit Kupferanteil für ein zartes Rosé- oder Rotgold verwendet. Da Gold im Vergleich zu Rhodium ein weicheres Edelmetall ist, hängt die Haltbarkeit von der Beanspruchung ab – insbesondere Ohrringe und Halsketten bewahren ihren Glanz meist über viele Jahre. Die Vergoldung bietet so eine hervorragende Alternative zu teurem Echtgold, ohne dabei auf die Beständigkeit und den Wert hochwertiger Edelmetalle zu verzichten.

Mattieren
Spoo-Design Schmuckverfahren

Hin und wieder wird Schmuck bewusst nicht Hochglanz-poliert, sondern stattdessen mattiert. Hierfür sind verschiedene chemische und mechanische Verfahren möglich. Häufig verwendet wird das Sandstrahlen, welches einen gleichmäßig mattierten Eindruck erzeugt. Beim Verwenden mechanischer Hilfsmittel (z.B. Politur oder Bürsten) hingegen entsteht eine Mattierung, in der die angesetzte Richtung in feinem Kratz-Muster mehr oder weniger deutlich durch sichtbar bleibt -s ei es längs, quer oder schräg.
Je nach Einsatz entstehen etwas gröbere oder feinere Eindrücke. Für die ständig getragenen Eheringe ist mittlerweile die sogenannte Eismattierung sehr beliebt. Hierfür wird die Oberfläche von einem erfahrenen Feinschmied mit Diamantfeilen und Schleifpapier „kreuz und quer“ verkratzt, so dass spätere Tragespuren unauffällig bleiben.

Farbige Emaille
Spoo-Design Schmuckverfahren

Das Emaillieren wird angewandt, um Silberschmuck mit Farbflächen zu versehen. Dabei wird eine erhitzte und dadurch geschmolzene glasige Masse auf dem Trägermaterial fixiert. Neben dem im Schmuckbereich erwünschten künstlerischen Effekt hat Emaille auch immer eine Schutzfunktion für das darunter liegende Metall. Es gibt Emaille in allen Farben, sei es glasig, vollfarbig oder auch mit Glitzer-Effekten. Sie wird in Handarbeit aufgetragen und es können damit ganz wunderbare Farbverläufe und lebendige Bilder auf den Schmuckstücken gestaltet werden.

Zirkonia-Herstellung ("künstliche Diamanten")
Spoo-Design Schmuckverfahren

Das Verfahren zur Herstellung dieser künstlichen Zirkonia-Diamanten wurde in den 70er Jahren in der ehemaligen UDSSR entwickelt. Dabei wird Zirkoniumoxidpulver erhitzt und geschmolzen, am Ende des Prozesses entsteht ein Block, in dessen Innern die Kristalle gewachsen sind. Durch Zugabe bestimmter Elemente können nicht nur klare Kristalle, sondern Steine in den verschiedensten Farben hergestellt werden. Auch ist es möglich, künstliche Einschlüsse zu erzeugen.
Die Zirkonia unterscheiden sich von Diamanten durch eine etwas andere Lichtbrechung und Dichte, wobei ein hochwertiger Zirkonia-Kristall tatsächlich erst durch eine Messung des Wärmeleitwerts von einem echten Diamanten unterschieden werden kann.

Perlen (Natur-, Zucht-, Shell- und Imitationsperlen)
Elegante Perlenohrringe für Schmuckverfahren: Silberne Ohrhänger mit glänzenden, runden Zuchtperlen und Zirkonia-Akzenten. Zeitloser Schmuck.

Perlen entstehen natürlicherweise in perlbildenden Muscheln, als Süßwasserperlen und Salzwasserperlen. Es gibt sie in weiß bis rosa-Tönen, seltener sind schwarze Perlen („Tahitiperlen“). Schöne „Naturperlen“ sind extrem selten. In echtem Perlen-Schmuck werden „Zuchtperlen“ (Muschelzucht) verarbeitet. Da nur etwa 20-30% der Zuchtperlen die Kugelform erreichen, sind diese besonders wertvoll. Eine hochwertige Alternative bietet die „Muschelkernperle“, auch „Shell Pearl“ genannt. Hier wird aus echtem Muschel-Perlmutt ein Kern geschliffen und mit Perlmutt-Schichten überzogen. Das Ergebnis sind perfekt geformte Perlen mit wunderschönem Lüster (Glanz), die zudem robuster gegen äußere Einflüsse sind als gewachsene Zuchtperlen. Kurz „Muschelperle“ = künstliches Verfahren, natürliches Material. Von allen abzugrenzen sind schließlich die „Imitationsperlen“ (Perlenimitat) aus Glas oder Kunststoff. 

Nano-Edelsteine (Nano-Gems)
Spoo-Design Schmuckverfahren

Als „Nano-Kristalle“ werden hochwertige synthetische Farb-Schmucksteine bezeichnet. Es kommt hier weniger auf das Synthese-Verfahren an als auf den Eindruck, den die fertigen Steine erwecken: Nano Edelsteine haben in ihrer chemischen Zusammensetzung nichts mit den entsprechenden Natur-Edelsteinen gemeinsam – sind mit bloßem Auge aber  kaum von echten Steinen zu unterscheiden. Dank ihrer künstliche Synthese zeichnen sie sich durch zuverlässige Homogenität ohne Einschlüsse aus und sind teils sogar robuster. Es sind alle Farben möglich, auch besondere optische Eigenschaften wie die Transluzenz oder Opaleszenz – ein beinahe magischer Schimmer, der die Steine je nach Lichteinfall in verschiedenen Farbtönen erstrahlen lässt. Die Nano-Gems haben stets eine gute Härte können wie echte Edelsteine auch geschliffen oder facettiert werden.